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Kolumne

Die Eltern, die niemand hört

20. August 2026

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Marianne Driessen & Marieke Hoogwout

Eine Mutter und ein Vater umarmen ihr Kind

Immer mehr Eltern haben große Sorgen um die medizinische Transition ihres minderjährigen Kindes. Die Bildungsexpertin Marianne Driessen und die Publizistin Marieke Hoogwout haben viele Geschichten dieser Eltern gehört, die mit ihrer Geschichte fast nirgendwo Gehör finden. Deshalb schreiben beide Autorinnen im Namen dieser Eltern, in der Hoffnung, dass Politiker, Entscheidungsträger und Ärzte ihnen endlich zuhören.

Stell dir vor. Du machst dir große Sorgen um deine Tochter, mitten in der Pubertät. Deine Sorgen sind vielleicht nicht neu: Sie hat in ihrem Leben schon einiges durchgemacht. Aber du siehst, dass sie zunehmend unglücklicher wird, sich in eine Online-Welt zurückzieht, für dich unerreichbar wird. Und dann kommen die entscheidenden Worte: "Papa, Mama, ich bin eigentlich ein Junge."

Du hörst zu, stellst Fragen, umarmst sie. Und du suchst Hilfe für sie. Über den Hausarzt bekommst du Überweisungen zu anderen Fachleuten. Du liebst dein Kind mit jeder Faser deines Körpers, du willst alles tun, um ihr zu helfen. Alles. Du siehst ihre Kämpfe; du fühlst, wie unglücklich sie ist.

Du weißt auch, dass andere Faktoren in ihrem Leben eine Rolle spielen. Du fragst dich, ob "ich bin ein Junge" wirklich die einzig mögliche Erklärung sein kann. Du kennst sie von dem Moment an, als sie dir in die Arme gelegt wurde, du kennst jeden Tag ihrer Kindheit. Du kennst auch die Schwierigkeiten, die sie zuvor verarbeiten musste. Zählt das denn überhaupt nicht?

Du versuchst, dies mit den Fachleuten deines Kindes zu besprechen. Du plädierst für viel gründlichere Aufmerksamkeit für ihre anderen Kämpfe. Aber in all diesen Gesprächen wird dir nicht zugehört. Denn die Ärzte sagen, deine Tochter sei sich sicher, und das müsse respektiert werden: Sie will eine medizinische Transition. Die Ärzte sprechen über Pubertätsblocker, über männliche Hormone und eventuell spätere Operationen. Das Wort "Brustrekonstruktion" fällt. Wenn du es später nachschlägst, siehst du, dass es bei dieser Behandlung eigentlich "Brustamputation" bedeutet.

Du bist schockiert und versuchst Fragen zu stellen: so schwere medizinische Eingriffe? Auf welcher Grundlage genau? Aber die Fachleute und Ärzte gehen mit in die Überzeugung deiner Tochter, dass sie ein Junge ist. Sie schlagen vor, so schnell wie möglich mit der Medikation zu beginnen. Länger warten sei riskant. Welches Risiko? Worauf stützen sie das? Du erfährst es nicht.

Du liest dich ein, du vertiefst dich in das Thema. Du liest, dass international große Einwände gegen diese Behandlungen bei Kindern erhoben wurden. Schweden, Norwegen, Finnland, England: Sie alle schränken diese Behandlungen nach eingehenden Untersuchungen drastisch ein. Es gibt nicht genügend Belege für das Versprechen, dass es dein Kind glücklicher machen wird; im Gegenteil, es gibt erhebliche Bedenken hinsichtlich lebenslanger gesundheitlicher Schäden, insbesondere in Bezug auf den Verlust von Fruchtbarkeit und Sexualität, aber auch Risiken für Knochen, Gehirn sowie Herz und Blutgefäße.

Aber in den Niederlanden kannst du mit deinen Sorgen nirgendwo hin. Mit wem kannst du darüber sprechen? Mit niemandem. Denn es geht um die Privatsphäre deines Kindes. Und ständig hast du Angst, sie zu verletzen, sie zu verlieren. Andererseits: Wie kannst du guten Gewissens zulassen, dass sie einen so unbewiesenen medizinischen Weg einschlägt? Als Eltern willst du dein Kind schließlich mit jeder Faser deines Körpers schützen. Aber du stehst machtlos da. Online, im geschützten und sicheren Rahmen, findest du Leidensgenossen: Eltern, die ihr Kind ebenso von ganzem Herzen lieben und jeden Tag besorgter werden. Ihr versucht, euch so gut wie möglich zu unterstützen.

Dann hörst du, dass der Gesundheitsrat, auf Ersuchen des Parlaments, die niederländische Praxis der Transgender-Versorgung für Jugendliche untersuchen wird. Als Eltern seid ihr erleichtert: endlich eine unabhängige Untersuchung! Endlich eine Chance, vertraulich eure Sorgen mitzuteilen.

Ihr bittet um ein Gespräch und: Ihr werdet abgelehnt. Gleich dreimal. Der Gesundheitsrat, eingesetzt, um alle Facetten der Transgender-Versorgung für Minderjährige zu untersuchen, lehnt ein Gespräch mit besorgten Eltern ab. Du kannst es nicht glauben. Aber es passiert.

Mit inzwischen mehr als 150 besorgten Eltern bündelt ihr eure Fragen, Erfahrungen und Warnungen in einem kritischen Dossier und schickt es an den Rat. Ihr erhaltet eine kurze Empfangsbestätigung. Dann erscheint endlich der Bericht. Du vertiefst dich darin: Wird nun endlich bewiesen, dass eine medizinische Transition deinem Kind wirklich hilft? Oder, wenn nicht, werden Regierung und Ärzte dann eine Bremse einbauen?

Es ist, als bekämst du einen Schlag ins Gesicht. Der Bericht erkennt an, dass harte Beweise fehlen und die lebenslangen Folgen unbekannt sind, aber dass der Prozess in den Niederlanden "sorgfältig" durchgeführt werde. Und deshalb dürfe es weitergehen. Die kritischen internationalen Untersuchungen werden vom Rat kaum berücksichtigt; und über euer Dossier steht kein Wort.

"Der Prozess ist sorgfältig." Aber kein Wort darüber, ob das Ergebnis dieses Prozesses gut für Jugendliche ist oder geradezu katastrophal. "Wir wissen es nicht, aber macht so weiter." Kannst du dir vorstellen, wie das für Eltern ist, deren Kind von allen Fachleuten nur zu diesem einen Weg geführt wird: einer medizinischen Transition?

Inzwischen wächst täglich die Zahl kritischer Eltern, die sich euch anschließen. Und es gelingt euch zu erreichen, dass euer eigenes Dossier zumindest den Parlamentsunterlagen beigefügt wird.

Du hoffst weiterhin, dass irgendjemand im Parlament endlich den politischen Mut hat, für euch aufzustehen. Jemand, der für euch spricht, die Eltern ohne Stimme. Aber vor allem hoffst du von ganzem Herzen, dass jemand für die beste Versorgung deines Kindes aufsteht.

Über die Autorinnen

Marianne Driessen ist Vorstandsmitglied des Athena Forum, einer europäischen Organisation für geschlechtsbezogene Rechte, demokratische Werte und politischen Mut.

Marieke Hoogwout ist selbstständige Redakteurin und Publizistin bei Vrij Links.

Weitere Informationen für Eltern

Besuche www.deouders.nl (niederländischsprachige Ressource).

Oder schließe dich der Facebook-Gruppe Bezorgde ouders van kinderen met genderdysforie an.